Geschenk

Weisheit der Pferde für uns Menschen im

21.Jahrhundert

Bereits im November 1997 erhielt ich während eines magischen Ausrittes mit einem sehr jungen Pferd, das ich „Shambala“ (Quelle der Freude) nannte,  eine  Antwort auf eine für mich damals essentielle Frage:

Welchen Sinn hat es, dass ich erst mit 38 Jahren in die Welt der Pferde kam.

Ich hatte immer Angst vor Pferden: sie waren mir zu groß, zu schnell, zu stark…

Meine Bereitschaft, mich auf sie einzulassen, hatte mich und meine Sichtweise auf das Leben verändert – für immer.

JETZT musste ich eine Entscheidung treffen, was ich mit all den unglaublichen Erlebnissen der letzten 5 Jahre anfangen wollte.

Sie vergessen – unmöglich. Ich buchte eine Sitzung mit einer NLP-Trainerin.

Und schrieb auf ein Blatt Papier unbewusst: NPL – was soll das bedeuten, fragte mich die Trainerin: ohne Nachzudenken sagte ich: Natural Personal Leadership.

Ich hatte somit meine neue Lebensaufgabe gefunden, die mir durch „Shambala“ noch einmal deutlich vor Augen geführt wurden:

 

Es war anläßlich eines Ausrittes mit ihm an einem jener grauen Nebeltage, wo es in der Natur ganz still wird, kein Vogel zwitschert mehr, die Nebeltropfen hängen an den Gabelungen der Äste, die bereits die meisten Blätter verloren haben.

Ich machte eine Gedanken-Reise in die vergangenen 5 Jahre.

Die Auseinandersetzung mit dem so wichtigen Thema „Angst“ stand für mich im Mittelpunkt.

Angst.
Angst wovor:
Angst vor der Stärke – Pferde können mit ihrem Maul 3 t ziehen
Angst vor der Vitalität – ungewohnter Rhythmus, unbekannte Bewegungsmuster

Angst vor der Angst der Pferde – was passiert, wenn sich mein Pferd fürchtet und was soll ich dann machen
Angst vor der Machtlosigkeit – wer bestimmt, was geschieht, ich – oder das Pferd auf dem ich sitze, oder der Reitlehrer, oder die anderen Pferde
Angst vor Unerwartetem – beim Ausritt neu umgestürzte oder entwurzelte Bäume, Reiten durch Bäche oder kleine Flüsse oder steil bergauf und bergab, oder über schmale, schwingende Holzbrücken, die landwirtschaftlichen Maschinen, Eisenbahnen, Motorräder, Mountainbikes auf Forststraßen, Hasen, die aus dem Unterholz springen, Fasane die aus den Feldern auffliegen
Angst im Zusammenhang mit Horrorgeschichten, die man immer wieder hört: durchgehende Pferde, furchtbare Unfälle.
In einem Reitstall las ich einmal folgenden Spruch: Der Reiter auf der Erde ist das größte Glück der Pferde. Was war damit wohl gemeint?

Andererseits: Dieses herrliche Gefühl von Freude, Dankbarkeit und auch Stolz, wenn mir körperlich und seelisch wieder eine Überwindung meiner eigenen Grenzen gelungen war.

Die Verbindung meines Seins mit einem so großen, starken Lebewesen.

Die Wärme, die so ein Pferdekörper selbst am kältesten Tag schenkt, die Zuneigung in Form eines freundlichen Wieherns wenn ich den Stall betrete.

Alles Glück dieser Erde liegt also doch auf dem Rücken der Pferde?

Heute ist mir bewusst, dass es vor allem die Angst vor der Kraft meiner eigenen Lebendigkeit war – die Angst, meine Komfortzonen zu verlassen und dadurch in das Gefühl einer noch nie da gewesenen inneren Freiheit zu gelangen.

Einer inneren Freiheit, die mir ein selbst bestimmtes, erfülltes Leben im Außen ermöglicht.

 

Erst durch den Universitätslehrgang Training & Beratung wurden mir diese Zusammenhänge bewusst.

Zähmen

Zähmen bedeutet: sich vertraut machen.

Wieder einmal las ich „Den kleinen Prinzen“ und fand so einen passenden Weg, um meinem Traum von Partnerschaft und Harmonie mit anderen Lebewesen einen Schritt näher zu kommen.
Also begann ich, mich mit den Pferden vertraut zu machen. Statt Bücher über Reitlehren las ich alles, was mich mit ihnen mehr vertraut machte. Ihrer Entwicklung seit 60 Millionen Jahre, über Eigenheiten von Rassen, Psychologie der Pferde, ihrer Körpersprache aber auch Märchen und Geschichten, in denen Pferde eine Rolle spielen.

Foto shambala

Mit „Shambala“, diesem erst 4 Jahre alten Pferd gab viele Herausforderungen und Lernprozesse für mich zu meistern.

Klar und unmissverständlich waren seine Mitteilungen: eine Zehenfraktur war der sichtbare Ausdruck dafür, dass Gedanken und Emotionen starke Kräfte sind, auf die Pferde unmittelbar reagieren.

Nicht nur das, ich erlebte auch, dass Pferde sich uns als „Spiegel“ anbieten, für unserer sozialen Kompetenz, und letztendlich unserer gelebten oder nicht gelebten Authentizität.

Shambala forderte mich durch seine Intelligenz und Lern-bereitschaft aber auch durch sein stark ausgebildetes Selbst-Bewußtsein. Immer besser lernte ich seine Körpersprache und seine Signale kennen. Er forderte mein Einfühlungsvermögen, meine Klarheit in den Signalen, meine Konsequenz, mein Durchsetzungsvermögen.

Als meine Gedanken wieder im Hier und Jetzt angelangt waren, schien es durch die Bäume lichter zu werden. Gab es ein paar hundert Meter weiter oben vielleicht sogar Sonnenschein? In mir stieg das Bedürfnis auf, ein Stück zu gallopieren. Shambala sprang alleine bei diesem Gedanken sofort an und freudvoll galoppierten wir dem Licht entgegen! Schon nach kurzer Zeit ließen wir den Nebel hinter uns und tauchten in das Sonnenlicht ein – es war unglaublich schön – strahlend blauer Himmel und unter uns wogten die Nebelfelder – in der Ferne konnte ich das Hochkar und den Ötscher sehen, während Altlengbach und die Autobahn vom Nebel verschluckt waren.

Nach diesem schönen Galopp hielt ich mein Pferd an, stieg ab und ließ es zur Belohnung fressen. Ich lehnte mich an seine Schulter, kraulte seinen Widerrist, genoss die sanfte Sonne… ich fühlte mich wie im Paradies und auf einmal war die Antwort auf meine Frage DA, einfach DA:

 

Die Worte standen klar vor mir und als ich nach Hause kam, schrieb ich sie einfach auf und nannte sie die „Botschaft der Pferde“

Ich danke Shambala und alle den vielen Pferden, die in meinem Leben meine außergewöhnlichen Mentoren sind…

 

Jetzt, 21 Jahre später diene ich in Form von „magic moments with horses“ und „outdoor-mindset-training by horse“ Menschen UND Pferden weltweit, mit all diesen Erkenntnissen und Erfahrungen persönliches Wachstum auf die royalste Weise, nämlich durch die Weisheit der Pferde zu erleben.

 

Eva-Maria

Foto shambala
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